NSU-Prinz Club Schwaben e.V.

1. NSU-Teilemarkt und Clubtreffen in Weitingen

26. Juni 2016 · Luca Derderian

IMG_3222Am Samstag, 25. Juni 2016, fand in Weitingen der erste NSU-Teilemarkt des NSU-Prinz-Club-Schwaben e.V. statt. Ursprünglich sollte der Teilemarkt in Neckarsulm, „der Wiege“ der NSU-Prinzen stattfinden – jedoch wollte der Club zuerst in kleinerem Rahmen in Weitingen erste Erfahrungen sammeln. Und so halfen zahlreiche Vorstände und Clubmitglieder und Helfer/innen mit, für alle Besucher einen schönen Tag zu gestalten.

FelgenDer PCS trifft sich vom Frühjahr bis in den Herbst alle 2 Monate Sonntags zum Frühschoppen im „NSU-Clubräumle Weitingen“. Der Verkaufsraum und die anschließende kleine Werkstatt dienen heute dem Club als Treffpunkt und als kleines Teilelager. Bruno Bok, leider verstorbenes langjähriges Clubmitglied betrieb dort seine (NSU)-Werkstatt und eine Tankstelle. Schon sein Vater, Felix Bok hatte mit seiner Fahrradwerkstatt die Marke NSU nach Weitingen gebracht. Mit dem NSU Ro 80 wurde dann auch dort in den späten 60er Jahren das letzte spektakuläre Auto der Marke vorgestellt, bis die Marke mit Audi fusionierte und unter Audi-NSU weitergeführt wurde.

20160625_123545 (2)Gegen 10 Uhr tröpfelten die Clubmitglieder mit und ohne NSU-Ersatz-teilen in Weitingen ein. Glücklicherweise durfte der Club die frühere Montagehalle von Bruno Bok und die Toiletten des Wirtes des Gäu-Pub nutzen. Damit konnte man getrost alle Wetterkapriolen über sich ergehen lassen – und schon nachmittags flüchteten alle Besucher schnell in Halle und Clubräumle, denn ein kurzer aber heftiger Regenguss vertrieb alle von der Straße.

Der erste Teilemarkt hätte noch einige Verkäufer mehr vertragen können, und mehr interessierte Käufer hätten es auch sein können (aber für’s erste Mal waren die Vorstände zufrieden). Besonders gefreut hat sich der Club über Jörn Malisch, der mit seinen NSU-Motorrad-Ersatzteilen aus der Speyerer Gegend angereist war. An seinem Verkaufsstand fand man Teile einer NSU-OSL, einer Sportmax und von diversen Quicklys.

Vor WerkstattNicht nur Clubmitglieder kamen, die zum Teil von weit her angereist waren (Beate und Hans-Dieter Döhring kamen aus der Wormser, Ernst Kadisch aus Kaiserslautern und Wilfried Temme mit Frau aus der Osnabrücker Ecke). Eine große Freude machte es auch, dass der Oldtimer-Club Eutingen mit einem Fiat-Neckar (der auch in Neckarsulm gebaut wurde) und einem Opel-Rekord die Veranstaltung bereicherten.

Viele Interessierte kamen aus Weitingen und aus vielen umliegenden Gemeinden, sie besuchten mit Kind und Kegel die Veranstaltung und staunten über die tollen Flitzer aus der Neckarsulmer Autoschmiede. Der NSU-PCS freute sich über die positive Resonanz und die Begeisterung bei der Weitinger Bevölkerung, die sich freuten wieder so schöne NSU’s zu sehen, die doch früher zuhauf vor Bruno Boks Werkstatt standen.

IMG_3274Peter Marquardt aus Herrenberg berichtete, dass er früher in der Entwicklung bei NSU gearbeitet hatte. Ein ganz besonderes Highlight war die mit viel Motorengebrüll einfallende Truppe der NSU-Freunde Breisgau. Mit ihren NSU’s, Käfer, Ford Capri, BMW und anderen Autos mischten die Oldtimerfreunde kurzerhand Weitingens Dorfstraße auf. Sie stürmten dann das Clubräumle um es sich bei Kaffee und Kuchen gut gehen zu lassen.

Die NSU-Freunde Breisgau hatten schon ein Vormittagsprogramm hinter sich, denn sie feierten an diesem Wochenende das 10. NSU-Treffen in Bad Rippoldsau-Schapbach, das am Sommerhang bei PCS-Clubmitglied Fritz Gebele stattfand. Sie nutzen dann auch gern den Teileverkauf und das kleine Club-Ersatzteillager um nach interessanten Teilen zu suchen.

Röhrende NSU-Motoren in Weitingen – aufgenommen von Marc Fritsch aus Rippoldsau

Nebenher mussten noch Reparaturen an zwei NSU’s fix erledigt werden: ein Motorlager und eine Benzinpumpe schwächelten. Die NSU-Fahrer sind sich darin einig, dass es bei diesen Autos noch möglich ist, selbst Hand anzulegen, und nicht wie heute üblich, ganze Bauteile anstatt zu reparieren einfach nur auszutauschen. Die beiden Fahrzeuge konnten dann auch in kurzer Zeit wieder flott gemacht werden, und so musste der „Lumpensammler“ mit seinem Anhänger nichts anderes als ein kleines Modellauto ziehen, das für allgemeine Erheiterung sorgte.

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Die Abfahrt der NSU-Freunde Breisgau gestaltete sich noch einmal zum Höhepunkt. Irgendwie waren sie sich nicht so einig in welche Richtung der Konvoi fahren sollte. Und so veranstalteten sie mit ihren NSU’s nochmal ein herrliches motorlärmiges Getöse, das vor allem die Männerherzen höher schlagen ließ. Nebenbei weckten sie das sonst friedlich schlummernde Weitingen noch einmal so richtig auf.

Viele Nachbarn rissen die Fenster auf, um nachzusehen, was die ländliche Stille so jäh unterbrochen hat. Die Breisgauer einigten sich schließlich auf die Grobrichtung Mühringen und so fuhren die schönen NSU’s wieder nach Rippoldsau, damit die Fahrer dort ihr 10-jähriges NSU-Treffen mit einem schönen Abschluss krönen konnten.

Ein ganz privates Hochgefühl genossen Peter Kammerer und sein Sohn Patrik aus der Kehler Gegend, die in kürzester Zeit einen seit über 25 Jahren in der Scheune stillgelegten originalen NSU TTS instand setzten und mit TÜV-Segen zur Freude aller wieder auf die Straße brachten. Und damit ging auch der erste Weitinger NSU Teilemarkt zu Ende. Die Clubmitglieder gingen noch zum Abschluss gemeinsam in die örtliche Pizzeria und ließen den schönen Tag mit NSU-Freunden ausklingen.                                                              Von PCS-Schriftführerin Ingrid Ohlhausen